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Hunde und COVID-19 - wohl kein Risiko für Mensch und Tier

In Hongkong fanden Behörden einen Hund, der vermutlich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert war. Symptome der Krankheit entwickelte er jedoch nicht, auch die Ansteckungsgefahr für Menschen ist wohl gering.

Was tun mit einem Hund, der einem COVID-19-Patienten gehört? Behörden in Hongkong wählten die sicherste Variante und brachten den 17-jährigen Zwergspitz in eine Quarantäne-Station, wo er vorsorglich auf eine Infektion getestet wurde. Ein hochempfindlicher Test, der kleinste genetische Spuren des Coronavirus SARS-CoV-2 aufspüren kann, führte zu einem positiven Ergebnis.

Ein Zwergspitz hat sich in Hongkong mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert

Ein einzelner positiver Test beweist allerdings noch nicht, dass der Zwergspitz selbst infiziert war. Er hätte auch geringe Mengen des Virus von seinen Haltern aufnehmen können, etwa durch Schlecken. Um diese Möglichkeit auszuschließen, führte die Behörde über einem Zeitraum von etwa zwei Wochen fünf weitere Tests durch - die allesamt ebenfalls positiv ausfielen. Aller Wahrscheinlichkeit nach war der Hund also tatsächlich infiziert und hatte sich bei seinen Haltern angesteckt.

Hund ist infiziert, aber nicht krank

Der Nachweis des Virus bedeutete allerdings nicht, dass der Zwergspitz auch selbst an COVID-19 erkrankte. Er blieb gesund und zeigte keinerlei Symptome. Ein Bluttest ergab bislang auch keine Hinweise, dass sein Immunsystem ernsthaft mit dem Virus zu kämpfen hatte1.

Aber können infizierte Hunde die COVID-19-Viren verbreiten und eine Gefahr für den Menschen werden? Experten sehen hier keinen Grund zur Sorge. Das deutsche Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit sagt eindeutig: "Es gibt weiterhin keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen oder eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen"2. Den gleichen Standpunkt vertreten die Weltgesundheitsorganisation WHO3 und der Präsident der British Veterinary Association4.

Hunde leiden eher unter dem Coronavirus CCoV

Eine andere Art von Coronaviren ist jedoch bei Hunden weit verbreitet. Dieses Canine Coronavirus (CCoV) infiziert vor allem Welpen und Hunde in Zwingern. Die Folgen bleiben meist harmlos und beschränken sich auf Magen-Darm-Beschwerden. Nur bei Hunden, die ein stark geschwächtes Immunsystem haben, kann eine CCoV-Infektion auch zum Tode führen.

Doch bei dem SARS-CoV-2 geben führende Tiermediziner Entwarnung - zumindest was Vierbeiner betrifft. Nach heutigem Wissensstand stellt COVID-19 keine Bedrohung für Tiere dar, und es ist auch kein Fall bekannt, wo sich ein Halter bei seinem Hund angesteckt hätte.

Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 Agriculture, Fisheries and Conservation Department (AFCD) Hongkong, Blood test result of pet dog with low-level infection of COVID-19, Pressemitteilung, 12. März 2020 (Link)
  • 2 Friedrich-Loeffler-Institut, SARS-CoV-2 / Covid-19 : Welche Rolle spielen Haus- und Nutztiere?, Informationsbroschüre, Stand 5. März 2020 (Link)
  • 3 World Health Organisation (WHO), Can I catch COVID-19 from my pet? , Q&A on coronaviruses (COVID-19), Stand 9. März 2020 (Link)
  • 4 D. Dos Santos, Expert reaction to reports that the ( previously reported ) pet dog in Hong Kong has repeatedly tested ‘ weak positive ’ for COVID-19 virus, Science Media Centre, 5. März 2020 (Link)
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