Vitales Hundeleben Vitales Hundeleben
Vitales Hundeleben

Hundefutter - wasserlösliche Vitamine unterstützen Enzyme

Vitamine sind für das Überleben des Hundes unverzichtbar. Die acht wasserlöslichen Vitamine sind Kofaktoren für viele Enzyme, die wichtige Prozesse des Stoffwechsels steuern.

Eine Reihe von Biomolekülen müssen über die Nahrung zugeführt werden, da der Körper des Hundes sie nicht oder nur in geringen Mengen herstellen kann.

Die Bedürfnisse des Hundes sind fast deckungsgleich mit denen des Menschen, mit der Ausnahme von Vitamin C, das der Hund meist im ausreichenden Maßte selbst herstellen kann. Vitamine werden meist in zwei Gruppen unterteilt - fettlöslich und wasserlöslich.

Wasserlösliche Vitamine können, wenn überhaupt, nur in sehr geringem Maße in den Körperorganen des Hundes gespeichert werden (mit der Ausnahme von Vitamin B12). Sie müssen daher kontinuierlich über die Nahrung zugeführt werden. Im Stoffwechsel erfüllen sie wichtige Funktionen: Als sogenannte Kofaktoren sind sie unverzichtbare Bestandteile von Enzymen.

Vitamin B1 (Thiamin)

Vitamin B1 unterstützt Stoffwechselvorgänge, die Energie durch den Abbau von Nährstoffen gewinnen (Citratzyklus, Pentosephosphatweg). Es ist vor allem in Hefen, Schweinefleisch, ballaststoffreichen Futtermehlen und dem Mageninhalt von Pflanzenfressern enthalten.

Ein Mangel an Vitamin B1 löst beim Menschen die Erkrankung Beriberi aus, beim Hund stellen sich nervöse Erscheinungen, Krämpfe und Kreislaufstörungen ein.

Vitamin B2 (Riboflavin)

Vitamin B2 ist ein wichtiger Kofaktor für eine Gruppe von Enzymen (Flavoenzymen), die Nährstoffe mit Hilfe von Sauerstoff in Energie umwandeln (Atmungskette, Citratzyklus). Als wichtige Quellen dienen Milch, Hefe, Leber, Lunge und Vormägen.

Fast alle Hundefutter weisen ausreichende Mengen an Vitamin B2 auf, so dass Mangelerscheinungen sehr selten auftreten.

Vitamin B6

Vitamin B6 wird für den Stoffwechsel von Aminosäuren und Proteinen (Eiweißen) benötigt. Ein Teil des Bedarfs wird durch Bakterien gedeckt, die im Darm der Hunde leben.

Hundefutter enthält meist genügend Vitamin B6, so dass Mangelerkrankungen in der Praxis kaum bekannt sind.

Vitamin B12 (Cobalamin)

Vitamin B12 ist ein Kofaktor für Enzyme, die am Stoffwechsel von Aminosäuren teilnehmen (zusammen mit Folsäure). Es ist nur in Futtermitteln aus tierischen Quellen enthalten, vor allem in der Leber, wird aber auch in begrenzter Menge von Bakterien im Hundedarm erzeugt. Als einziges wasserlösliches Vitamin wird es in größerer Menge in der Leber gespeichert.

Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu Blutarmut, erhöhtem Fettgehalt der Leber und zu Entwicklungsstörungen bei jungen Hunden führen.

Pantothensäure

Pantothensäure ist ein Bestandteil des Coenzyms A, das bei der Übertragung einer kurzen Molekülkette unverzichtbar ist (Acetylierungsreaktion).

Es in fast allen Futtermitteln in ausreichender Menge enthalten, Mangelerscheinungen sind daher in der Praxis fast nicht zu beobachten.

Nikotinsäure

Nikotinsäure ermöglicht Stoffwechselvorgänge, die unter Beteiligung von Sauerstoff ablaufen (Redoxvorgänge). Reichhaltige Quellen sind Fleisch, Schlachtabfälle und Hefe.

Bei einseitiger Ernährung mit Mais sind Mangelerscheinungen möglich, die zu Fressunlust, ungenügender Entwicklung und Entzündungen von Haut sowie Schleimhäuten führen.

Biotin

Biotin ist am Stoffwechsel vieler Biomoleküle beteiligt, es spielt u.a. eine wichtige Rolle bei der Produktion von Keratin für den Aufbau von Haaren und Krallen. Hefe, Leber, Melasse und Milch stellen besonders reichhaltige Quellen dar.

Mangelerscheinungen können bei Verfütterung großer Mengen von rohen Eiern auftreten, da diese die Aufnahme von Biotin verhindert. Die Folgen zeigen sich an trockenem und glanzlosem Fell, Haarausfall und Schorfbildung auf der Haut.

Folsäure und Folate

Folsäure und verwandte Substanzen sind beim Stoffwechsel dafür verantwortlich, dass kleine Molekülgruppen (Methylreste) zwischen Biomolekülen übertragen werden. Es ist vor allem in grünen Pflanzen, Hefe und Leber enthalten, wird aber auch in größeren Mengen von Bakterien im Darm des Hundes produziert.

Mangelerscheinungen treten so gut wie nie auf.

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise - jeder Hund ist jedoch ein Individuum, das spezielle Bedürfnisse haben kann. Im Zweifelsfall ist die Rücksprache mit einem erfahrenen Tierarzt unerlässlich.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Jürgen Zentek, Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätetik, 8. aktualisierte Auflage 2016, Enke Verlag, Stuttgart (Link)
  • (Download)
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