Vitales Hundeleben Vitales Hundeleben
Vitales Hundeleben

Hundefutter - fettlösliche Vitamine für Stoffwechsel und Blutgerinnung

Der Hund benötigt, wie der Mensch auch, Vitamine für sein Überleben. Die Versorgung mit den vier fettlöslichen Vitamine A, D, K und E ist aber nur selten gefährdet.

Vitamine sind kleinere Biomoleküle, die der Stoffwechsel des Hundes nicht selbst herstellen kann, oder zumindest nicht in ausreichendem Maße. Sie werden grob in zwei Gruppen eingeteilt: Neben den wasserlöslichen gibt es die fettlöslichen Vitamine, die der Hund nur in Gegenwart von Fetten aus der Nahrung aufnehmen kann.

Fettlösliche Vitamine können in Körperorganen wie Leber, Niere und Fettgewebe gespeichert werden - eine kurzfristige Unterversorgung ist daher meist kein Problem. Die Kehrseite ist jedoch, dass sich diese Biomoleküle bei einer Überversorgung im Körper anreichern und schädliche Wirkungen entfalten können.

Vitamin A

Vitamin A hat zahlreiche Funktionen im Körper: Es steuert die Aktivität von Genen und die Erzeugung von Proteinen, beeinflusst das Wachstum der Knochen und ist ein Teil des Sehpurpurs im Auge. Der Hund kann das ß-Carotin aus grünen Pflanzen und Karotten in Vitamin A umwandeln, die wichtigste direkte Quelle ist jedoch die Leber von Rindern und anderen Weidetieren.

Eine Unterversorgung führt vor allem bei jungen Hunden zu Störungen der Futteraufnahme und des Wachstums, Bindehautentzündungen, Hornhauttrübungen und häufigen Infektionen und Parasitenbefall. Eine Überversorgung hingegen löst langfristig Gesundheitsstörungen wie ungenügende Gewichtszunahme, hohe Erregbarkeit und Abbau der Knochensubstanz bis hin zur Neigung zu Knochenbrüchen.

Vitamin D (Calciferole)

Vitamin D fördert die Aufnahme der Mineralstoffe Calcium und Phosphor aus der Nahrung, eine direkter Einfluss auf das Wachstum der Knochen ist hingegen umstritten. Pflanzliche Quellen liefern das Vitamin D2, welches ähnlich wirksam wie das tierische Vitamin D3 ist. Im Gegensatz zum Menschen scheint es dem Hund nicht möglich zu sein, Vitamin D mit Hilfe von Sonnenstrahlung in der Haut zu erzeugen.

Ein Mangel an Vitamin D stört die Mineralisierung der Knochen, ist aber eher selten anzutreffen. Eine Überversorgung kann die Verkalkung von Gefäßen begünstigen, die Urinausscheidung krankhaft erhöhen oder blutigen Durchfall auslösen.

Vitamin E (Tocopherole)

Als Tocopherole werden eine Reihe von verwandten Substanzen bezeichnen, die Körperzellen und Gewebe vor den schädlichen Folgen von Sauerstoff schützen. Sie sind aber auch bei Energiegewinnung aus Nährstoffen und der Produktion langkettiger Fettsäuren beteiligt. Geeignete Quellen sind insbesondere Getreidekörner und -keime.

Ein Mangel an Vitamin E führt zu Wachstums- und Bewegungsstörungen, zentralnervösen Erscheinungen, Veränderungen der Augennetzhaut und einer Verfärbung des Körperfetts. Sie tritt allerdings nur selten auf. Eine Überversorgung wird vom Hunden meist ohne Probleme vertragen.

Vitamin K

Vitamin K ist ein Bestandteil von Enzymen, die an der Blutgerinnung beteiligt sind. Es wird bereits in großen Mengen von Darmbakterien erzeugt, es ist aber auch in Fischmehl, Leber und Grünfutter angereichert zu finden.

Mangelzustände sind selten, können aber durch die Aufnahme von Rattengift ausgelöst werden: Störungen der Blutgerinnung und schwere Blutungen können bis zum Tod führen. Über schädliche Folgen einer Überversorgung ist wenig bekannt.

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise. Jeder Hund ist jedoch ein Individuum und hat spezielle Bedürfnisse. Im Zweifelsfall ist die Rücksprache mit einem erfahrenen Tierarzt unerlässlich.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Jürgen Zentek, Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätetik, 8. aktualisierte Auflage 2016, Enke Verlag, Stuttgart (Link)
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