Vitales Hundeleben Vitales Hundeleben
Vitales Hundeleben

Proteine liefern Energie und Baustoffe

Hunde benötigen Proteine für das Wachstum und die Regeneration der Körpergewebe. Für eine gute Ernährung sollten die Proteine leicht verdaulich und reich an essenziellen Aminosäuren sein.

Zu den unverzichtbaren Bestandteilen des Hundefutters gehören Proteine: Sie dienen als Energiequelle und versorgen den Stoffwechsel mit essenziellen Aminosäuren. Diese benötigt das Tier, um neue Gewebe aufzubauen oder bestehende Organe zu regenerieren.

Tagesbedarf von Hunden an Proteinen Tagesbedarf von Hunden an Proteinen

Lässt man Hunden die freie Wahl, decken sie etwa ein Drittel ihres Energiebedarfs über die Aufnahme von Proteinen1.

Nicht jedes Protein eignet sich gleich gut für die Fütterung. Die Qualtiät hängt vor allem von zwei Faktoren ab: Dem Gehalt an essenziellen Aminosäuren und der Verdaulichkeit - also wieviel der wichtigen Substanzen über den Dünndarm aufgenommen werden können2.

Stoffwechsel - ohne essenzielle Aminosäuren keine neuen Gewebe

Proteine, häufig auch Eiweiße genannt, erfüllen zahlreiche Aufgaben: Sie stützen die Struktur von Zellen und Geweben, ermöglichen Bewegungen und steuern als Enzyme den Stoffwechsel. Der Aubau der Proteine erinnert an eine lange Kette, die oft aus hunderten Bauteilen zusammengesetzt ist - den Aminosäuren. Jedes Lebewesen erzeugt für das Wachstum und die Regeneration ständig neue Proteine, und so ist auch der Bedarf an Aminosäuren sehr hoch.

Im Körper finden sich etwa 20 verschiedene Varianten von Aminosäuren. Der Stoffwechsel eines Hundes kann allerdings nur die Hälfte davon eigenständig herstellen, für die anderen ist er auf Nachschub aus dem Futter angewiesen - diese werden daher essenzielle Aminosäuren genannt.

Ylva am Strand

Der Bedarf von sieben essenzielle Aminosäuren wird vollständig aus dem Futter gedeckt: Histidin, Lysin, Leucin, Isoleucin, Valin, Threonin und Tryptophan. Die essenziellen Aminosäuren Methionin und Phenylalanin können teilweise durch Cystein bzw. Tyrosin ersetzt werden. Die essenzielle Aminosäure Arginin wird in kleinen Mengen vom Hund selbst produziert, doch für eine ausreichende Versorgung ist er auf das Futter angewiesen.

Tagesbedarf - abhängig von Alter und Energiebedarf

Ein erwachsener Hund benötigt etwa 3-4 g Protein pro kg Körpergewicht in seiner täglichen Futterration (bei einer Verdaulichkeit von 85 %). Bei jungen Hunden liegt der Bedarf deutlich höher: Im ersten Lebensmonat liegt er gut dreimal höher, im dritten Lebensmonat immer noch doppelt so hoch. Leicht erhöht ist der Proteinbedarf auch bei Hündinnen, die trächtig sind oder ihren Welpen Milch geben.

Eine Zufuhr von zu hohen Proteinmengen hat keine gesundheitlichen Vorteile, und auch die Leistungsfähigkeit des Hundes wird nicht steigen. Eher stellt dies eine Belastung für den Stoffwechsel in Leber und Nieren dar (siehe unten).

Verdaulichkeit - am besten über den Dünndarm

Proteine geben ihre wertvollen Bestandteile vor allem im Dünndarm frei: Köpereigene Enzyme bauen sie zu kürzeren Ketten (Peptiden) oder einzelnen Aminosäuren ab, die über die Darmwand aufgenommen werden. Die essenziellen Baustoffen stehen dann dem Körper fast uneingeschränkt zur Verfügung. Werden Proteine erst im Dickdarm aufgeschlossen, geschieht dies meist durch die dort lebenden Bakterien - der Nutzen für den Körper ist dann deutlich geringer.

Eine wichtiger Faktor für die Qualtität von Futterproteinen spielt daher die präzäkale Verdaulichkeit: Diese bezeichnet den Anteil an Aminosäuren, der über den Dünndarm aufgenommen wird. Dieser Wert ist variabel und hängt stark vom Aufbau des Proteins ab. Wenn die Proteinketten sehr stark gefaltet oder mehrere Ketten miteinander verkfnüpft sind, ist die Verdaulichkeit deutlich erschwert.

Leider sind die genauen Werte für die präzäkale Verdaulichkeit für viele Proteinen nicht bekannt. In der Regel stellen jedoch frisches Fleisch und Organe die besten Quellen dar, die Verdaulichkeit liegt über 90 Prozent. Bei pflanzlichen Proteinen liegt dieser Wert meist zwischen 60 und 80 Prozent, mit Ausnahme von aufgereinigtem Sojaprotein, das ebenfalls zu 90 Prozent im Dünndarm verdaut wird.

Überversorgung - viel Harnstoff im Blut

Überschüssige Aminosäuren werden in der Leber abgebaut, dabei entsteht im ersten Schritt das giftige Abfallprodukt Ammoniak. Dieses wird aber sehr schnell in Harnstoff umgewandelt, mit dem Blut zu den Nieren transportiert und dort ausgeschieden.

Ob dauerhaft erhöhte Harnstoffwerte im Blut den Körperorganen des Hundes schaden, ist noch umstritten. Bei älteren Hunden sowie bei Tieren, die bereits unter Leber- oder Nierenschäden leiden, sollte die Proteinzufuhr jedoch den Bedarf nicht wesentlich überschreiten.

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise. Jeder Hund ist jedoch ein Individuum und hat spezielle Bedürfnisse. Im Zweifelsfall ist die Rücksprache mit einem erfahrenen Tierarzt unerlässlich.

Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 Hewson-Hughes et al., Geometric analysis of macronutrient selection in breeds of the domestic dog, Canis lupus familiaris, Behavioral Ecology, Januar 2013 (Link)
  • 2 Jürgen Zentek, Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätetik, 8. aktualisierte Auflage 2016, Enke Verlag, Stuttgart (Link)
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