Vitales Hundeleben Vitales Hundeleben
Vitales Hundeleben

Mineralstoffe - Mengenelemente für Knochen und Stoffwechsel

Der Hund braucht größere Mengen an Mineralstoffen für den Aufbau der Knochen, die Einstellung des osmotischen Drucks und für den Stoffwechsel.

Das Futter eines Hundes besteht zum überwiegenden Anteil aus organischen Stoffen - Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten. Für sein Überleben benötigt er aber auch zahlreiche anorganische Mineralstoffe, die er als elektrisch geladene Teilchen (Ionen) von chemischen Elementen über den Darm aufnehmen kann.

Sechs Mineralstoffe finden sich in größeren Mengen im Körper des Hundes, meist sind es mehr als ein Gramm pro Kilogramm Körpermasse (KM). Diese werden Mengenelemente genannt (im Gegensatz zu Spurenelementen) und erfüllen zahlreiche wichtige Funktionen.

Fertiges Hundefutter enthält in der Regel alle notwendigen Mineralstoffe in ausreichender Menge, so dass Mangelerscheinungen selten sind (vielleicht mit Ausnahme von Calcium). Wer jedoch das Futter seines Hundes selbst zusammenstellt, sollte für auch die optimale Versorgung mit Mineralstoffen nicht aus den Augen verlieren.

Calcium - Grundlage der Knochen

Der Körper eines Hundes enthält 10-15 g Calcium pro kg Körpergewicht, und etwa 98 % davon sind in der Knochensubstanz gebunden. In geringen Mengen kommt es auch in anderen Körperteilen und ist etwa an der Blutgerinnung und der Kontraktion der Muskulatur.

Ein erwachsener Hund benötigt täglich etwa 80 mg Calcium pro kg Körpergewicht, um seine Knochenmasse zu erhalten. Hohe körperliche Aktivität beeinflusst erhöht den Bedarf nicht. Bei trächtigen Hündinnen verdoppelt sich der Bedarf zum Ende der Schwangerschaft, bei der Laktation steigt er je nach Größe des Wurfs auf bis zum Fünffachen an. Welpen benötigen in den ersten drei Lebensmonaten zwischen 400 bis 600 mg/kg KM Calcium, der Bedarf nimmt zum Ende der Wachstumsphase hin deutlich ab.

Handelsübliche Tierfutter enthalten manchmal nur unzureichende Mengen an Calcium. Eine Unterversorgung kann in gewissen Maße durch die Mobilisierung von Reserven im Knochen aufgefangen werden. Längerfristig kann es allerdings zu schweren Skelettveränderung wie Rachitis oder Osteomalazie kommen.

Phosphor - Knochen und Nukleinsäuren

Phosphor bildet zusammen mit Calcium die Grundlage der Knochensubstanz. Es ist aber auch ein wichtiger Bestandteil der Nukleinsäuren DNA und RNA, kommt zudem in kleineren Mengen auch in Proteinen und Lipiden vor. Im Hundekörper finden sich etwa 5-8 g/kg KM Phosphor, und 80 Prozent davon sind in den Knochen.

Ausgewachsene Hunde benötigen etwa 60 mg Phosphor /kg KM, unabhängig von der körperlichen Aktivität. Trächtigen Hündinnen benötigen zum Ende der Schwangerschaft etwa doppelt so viel, bei großen Würfen kann der Bedarf für die Milchproduktion auf bis zum Fünffachen ansteigen. Der Bedarf bei Welpen liegt im ersten Lebensmonat fast bei 300 mg Phosphor / kg KM und sinkt dann im Laufe des ersten Lebensjahres stetig ab.

Ein Mangel an Phosphor kommt bei Hunden eher selten vor. Falls doch, kann es zu Skelettveränderungen, Wachstumsstörungen und einem allgemeinen Körperverfall kommen.

Magnesium - Stoffwechsel und Knochen

Die Menge von Magnesium im Hund erreicht etwa 0,2 bis 0,3 g/kg KM, etwa die Hälfte findet sich im Knochen. In den Weichgeweben spielt es eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, da es als Bestandteil von Enzymen den Stoffwechsel von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten unterstützt.

Der tägliche Bedarf eines erwachsenen Hundes beträgt etwa 10-12 mg/kg KM, auch bei sportlicher Betätigung. Während der Trächtigkeit und der Laktation ist der Bedarf deutlich höher. Welpen benötigen in den ersten sechs Monaten etwa doppelt so viel.

Futterstoffe enthalten meist ausreichende Mengen an Magnesium, mit Ausnahme von Zucker, Weißmehl und reinen Fetten. Wenn große Mengen an Calcium oder Phytinsäuren aufgenommen werden, kann die Aufnahme gestört sein. Ein Mangel an Magnesium äußert sich in Gewichtsverlusten, Muskelschwäche und Bewegungsstörungen.

Natrium - Blut und Knochen

Natrium regelt zusammen mit Chlorid den osmotischen Druck im Blut, ist aber auch ein wichtiger Bestandteil der Knochen. Pro Kilogramm Körpermasse finden sich im Hund etwa 1,2 g Natrium.

Ein ausgewachsener Hund benötigt etwa 25-30 mg/kg KM täglich im Futter. Während des Wachstums und in der Trächtigkeit benötigen Hündinnen etwa doppelt so viel. Stärkere Blutverluste, lang anhaltender Durchfall und chronische Nierenerkrankungen führen zu einem kurzfristig stark erhöhtem Bedarf.

Erhalten Hunde über einen langen Zeitraum hinweg nur einen Bruchteil des benötigten Natriums, zeigen sich die Folgen in verringertem Blutvolumen, Anzeichen von Dehydration, Gewichtsverlust und verstärkter Unruhe und Lecksucht.

Chlorid - Blut, Haut und Magen

Chlorid ist ein wichtiger Bestandteil des Bluts, wo es zusammen mit Natrium den osmotischen Druck regelt. Größere Mengen kommen aber auch in Haut und Magen vor. Etwa 1,1 g Chlorid pro Kilogramm Körpermasse sind im Hund zu finden.

Die täglich benötigte Menge an Chlorid beträgt bei erwachsenen Hunden etwa 75 mg/kg KM. Der Bedarf erhöht sich nach stärkeren Blutverlusten oder chronischem Erbrechen. In der Trächtigkeit und bei Welpen ist der Bedarf um bis zum Doppelten erhöht.

Kalium - Stoffwechsel

Kalium findet sich meist im Inneren der Körperzellen, wo es den osmotischen Druck reguliert. Es unterstützt auch die Aktivität vieler Enzyme, die aus Nahrungsmitteln Energie bestimmen. Etwa 1,7 g Kalium finden sich pro Kilogramm Körpermasse im Hund.

Für eine optimale Versorgung sollte das Hundefutter etwa 55 mg/kg KM Kalium enthalten. Der Bedarf kann bei chronischem Erbrechen und Durchfällen um ein Vielfaches steigen. Bei Trächtigkeit und in den ersten Lebensmonaten benötigt ein Hund etwa 90-140 mg/kg KM Kalium am Tag.

Eine ungenügende Versorgung mit Kalium kann unterschiedliche Folgen haben. Bei jungen Hunden sind es vor allem eine ungenügende Gewichtszunahme, Unruhe und Lähmungserscheinungen. Ausgewachsene Hunde leiden eher unter Leistungsschwäche, Blutdruckabfall und eine verringerte Durchblutung der Nieren.

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise. Jeder Hund ist jedoch ein Individuum und hat spezielle Bedürfnisse. Im Zweifelsfall ist die Rücksprache mit einem erfahrenen Tierarzt unerlässlich.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Jürgen Zentek, Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätetik, 8. aktualisierte Auflage 2016, Enke Verlag, Stuttgart (Link)
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